„Q-FINITY – Die Zeit findet einen Weg“ von Pete Muller


Ein Thriller über künstliche Intelligenz, Manipulation und intertemporale Kommunikation.

Ein Auftrag aus der Zukunft.
Eine Tech-Milliardärin mit Gottkomplex.
Eine künstliche Intelligenz ohne Limit.
Ein Hacker aus Mumbai, der eigene Wahrheiten erzeugt.

Oliver Reinders ist ein erfolgreicher Marketingmanager, bis ihm ein anonymer Auftrag alles abverlangt: 120 Millionen Euro für ein Attentat auf den KI-Vordenker Michael Chang. Oliver erliegt der Versuchung und führt den Auftrag aus. Kurz darauf sieht er sein Opfer lebend in den Nachrichten – Chang hält am MIT einen Vortrag auf einem anderen Kontinent. Als dann Olivers Millionengage spurlos verschwindet und sich jede digitale Spur in Luft auflöst, steht er vor einem albtraumhaften Rätsel:

Ist er ein Mörder – oder nur eine Spielfigur in einer manipulierten Realität?

Zur gleichen Zeit startet die exzentrische Tech-Milliardärin Kendra Lewis das Projekt „Q-FINITY“. Angetrieben von rätselhaften Botschaften aus der Zukunft entwickelt sie den revolutionären Quantencomputer „Big-Q“. Ihr Ziel: eine von Tech-Eliten gesteuerte Weltordnung, in der Informationen zur ultimativen Währung werden. Doch im Verborgenen formiert sich Widerstand. Die MIT-Professorin Jane Williams erkennt die Gefahr von Kendras Allmachtsphantasien. Gemeinsam mit dem Philosophen Jonas Winter und dem Hacker Aarav Mehta stellt sie sich ihr entgegen. Als Oliver auf diese Gruppe trifft, wird er zum Zünglein an der Waage in einem Spiel um Macht, Wahrheit und Wirklichkeit.

Von Hightech-Laboren in Boston über eine Gigafactory in Brandenburg bis zu einer Hackerzentrale in Mumbai entbrennt eine gnadenlose Jagd. Am Ende steht nur eine Frage:

Ist die Zeit kontrollierbar – und bleibt der Menschheit noch ein freier Wille?

Q-FINITY ist ein globaler Wissenschaftsthriller mit philosophischem Tiefgang über Schuld, Macht und die Gefahr einer Welt, in der Nachrichten von morgen die Entscheidungen von heute steuern.

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Kennenlernen: Pete Muller

Leseprobe

Vor drei Monaten hatte ich den Auftrag angenommen.
1 — 3 — 24 — 43 — 49 waren die Gewinnerzahlen in der Eurolotterie. Die Eurozahlen waren die 2 und die 4. Der Jackpot lag bei 120.005.422 Euro.
In der Zeitung stand, dass der Gewinn an einen Glückspilz aus Nordrhein-Westfalen ging. Dieser Glückspilz war ich.
Aber den Auftrag anzunehmen, ist eine Sache. Den Mord auszuführen, ist eine ganz andere.
Anfangs hatte ich Zeit. Alles war cool; ich fühlte mich fantastisch. Meine Hormone spielten verrückt. Der Rausch hielt an. Bis heute. Ich war jedem Hans und Franz überlegen. Ich war der Auserwählte. Ich war der Gewinner. Hans und Franz waren die Verlierer.
Aber mein Lebensgefühl und meine Körperspannung änderten sich zusehends, je näher der Tag der Wahrheit kam. Und jetzt, da ich hier hinter meinem Opfer stehe und endlich abdrücken muss, ist alles anders.
Jetzt werde ich es zu Ende bringen. Wenn sich Michael Chang umdreht, wird er mich sehen. Was ist mit der Webcam an seinem Monitor? Sieht sie mich?
Immerhin programmiert der Mann KIs. Wurde er bereits gewarnt? Schützen ihn seine Technik und seine Algorithmen? Ich muss endlich abdrücken. Dieser Plan ist alternativlos. Wenn ich jetzt zurückziehe, wird Chang von jemand anderem erschossen. Und wieder ein anderer wird mich töten. Also, was soll’s? Chang ist so gut wie tot. Er weiß es nur noch nicht. Ich habe keine Handlungsoptionen. Ich muss jetzt schießen. Bei drei.
Ich drücke tatsächlich ab. Einmal. Zweimal. Dreimal.
Der dreifache Knall ist ohrenbetäubend. Der Rückstoß fährt mir ins Handgelenk. Bei den Schießübungen habe ich das so nicht wahrgenommen. Eine Druckwelle bebt in meinem Kopf. Ein leichter Tinnitus bleibt zurück. Das Mündungsfeuer blendet mich und die gleichzeitig ausgeworfene Patronenhülse verbrennt mir die Haut. Sie ist glühend heiß. Der Pulverdampf beißt mir in die Nase. Ich bin hellwach.
Jetzt ist nichts mehr richtig. Alles ist falsch und viel zu spät!
Ich sehe Michael Chang. Getroffen von drei Kugeln kippt er nach vorne und fällt auf seinen Schreibtisch. Dann rutscht er vom Stuhl auf den Boden. Dort bildet sich ein dunkler Fleck — Blut? Der Stuhl rollt weg und kippt um. Ich sehe Blut auf dem Boden, auf dem Glas und auf dem Monitor. Ich habe ein Chaos angerichtet.
Die Gesichtszüge von Chang wirken entspannt. Keine Bewegung,
keine Atmung, kein Leben. Michael Chang — Chairman von MC Tech — ist Geschichte. Es ist Mittwoch, der 14. Mai 2025. Es ist 19:18 Uhr.
Michael Chang starb in Hamburg. Ich habe meine Aufgabe erfüllt. Mein erster Gedanke ist absurd: Chang hat nicht gelitten. Der Tod hat ihn überrascht. Vielleicht rede ich mir das nur ein. Vielleicht ist das der einzige Weg, nicht sofort den Verstand zu verlieren. Ich starre auf den reglosen Körper und zwinge mich, sachlich zu bleiben. Der Auftrag ist ausgeführt. Ich habe geliefert. Alles andere darf ich jetzt nicht denken. Es war ein technisch einwandfreier Prozess. Es war eine saubere Arbeit. Ich habe 120 Millionen Euro verdient.

[…]


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