Jahrelang hat sie das stumme Mäuschen an der Seite ihres unerträglichen Vaters gespielt. Jetzt ist er tot – und sie sollte endlich aufatmen können. Stattdessen wird alles noch schlimmer …
Candida Corsini ist fassungslos- Angelo Prizzi, der gefürchtete Mafioso aus New York, hat sie entführt! Doch dieser Mann, der seit Wochen in Sizilien sein Unwesen treibt, ist nicht nur ein schamloser Verbrecher, sondern unglaublich sexy, heiß und über alle Maßen attraktiv …
Angelo ist irritiert. Diese von ihm mit der Pistole erzwungene Begegnung läuft nicht nach Plan. Candida Corsini, die älteste der drei Töchter des verstorbenen Mafiabosses Don Bartolo, ist die erste Frau, die ihn nicht fürchtet und seinem Blick nicht ausweicht. Sie ist eiskalt, verachtet ihn – und zieht ihn an wie noch nie eine Frau zuvor. Er hat jedoch einen gefährlichen Auftrag zu erledigen – und Candida ist die Schlüsselfigur. Angelo kann sich keine Komplikationen leisten. Sich auf sie einzulassen, und sei es nur für eine Nacht, steht absolut nicht zur Diskussion …
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CANDIDA
Hierherzukommen war die dümmste Idee meines Lebens. Doch als ich es erkenne, ist es zu spät.
Ich betätige die Spülung, richte meine Kleider und öffne die Kabinentür. Noch bevor ich nach draußen trete, presst sich kühles Metall gegen meine Schläfe. Ein eiskalter Schauder rinnt durch meinen Körper, als ob das Blut schockgefroren würde, aber ich lasse mir nichts anmerken. Pistolen machen mir keine Angst. Sie gehören zu meinem Leben, seitdem ich mich erinnern kann. Jeder weiß, wer ich bin. Niemand ist so verrückt, sich an mir zu vergreifen. Schon gar nicht um die Mittagszeit in einem der besten Restaurants Palermos.
»Sie sollten das Ding runternehmen und verschwinden«, sage ich mit fester Stimme und trete aus der Kabine. Der Mann neben mir lacht leise und verstärkt zur Antwort den Druck der Pistolenmündung.
Das knappe Jahrzehnt an der Seite meines Vaters, dem Capo dei Capi der Cosa Nostra, hat mich viel gelehrt. Vor allem Gefühlskälte. Ich wende nicht den Kopf, um denjenigen anzusehen, der mich im Waschraum eines der exklusivsten Restaurants Palermos einzuschüchtern versucht. Den Blick nach vorne gerichtet setze ich entschlossen einen Fuß vor den anderen, gehe an der zweiten Kabine vorbei in den Vorraum. Die Pistole folgt mir. Nicht mehr auf Tuchfühlung mit meiner Haut, aber nahe genug, dass ich den ausgestreckten Arm mit dem glänzenden Metall im Augenwinkel erkenne. Erst jetzt registriere ich, dass der mit der Waffe nicht allein ist. Der andere lehnt mit breiten Beinen und verschränkten Armen und zusammengepressten Lippen gegen die Eingangstür. Er ist ein Schlägertyp. Seine Bizepse sind riesig, seine Nase muss irgendwann gebrochen worden sein, und die schwülstige Oberlippe ziert ein Cut. Das Auffälligste an ihm ist sein kahl rasierter Schädel, auf dem verspiegelte Sonnenbrillen sitzen. Sein Gesichtsausdruck zeugt von nicht vorhandener Intelligenz. Anzunehmen, dass er der ist, der ausführt, was man ihm sagt.
Ich trete auf den Waschtisch zu, pumpe Seife aus dem Spender auf meine Handfläche. Mechanisch reibe ich die Hände vor der Fotozelle aneinander. Das warme Wasser rinnt darüber und ich hebe den Kopf. Er steht hinter mir, hat den Arm mit der Pistole gesenkt.
Die Luft wird knapp, meine Kehle eng, meine Beine weich. Die Züge des mir unbekannten Mannes, die mir der Spiegel zeigt, rauben mir den Atem. Scharfkantig, markant, mit einem Bartschatten auf Kinn und Wangen, der die harten Winkel nur unzureichend verschleiert. Er ist bildschön. Groß und schlank und stark. Die dunkelblonden Haare umrahmen sein Gesicht und passen perfekt zu den leuchtend blauen Augen. Er sieht aus wie der strahlende Erzengel Michael, der auszieht, um gegen die Dämonen anzukämpfen.
[…]
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