„Love next door (Mafia Sisters 3)“ von Monica Bellini


Sie lebt in einem goldenen Käfig und wird von ihrer Schwester beschützt – vor ihrem Vater. Doch ausgerechnet als er stirbt und keine Gefahr mehr darstellt, muss sie Sizilien umgehend verlassen …

Im traumhaften Malibu will Celeste, die jüngste Tochter des verstorbenen Mafiabosses Don Bartolo Corsini, ein neues Leben beginnen. Doch während ihrer Einzugsparty wird sie am Strand fast vergewaltigt – und ihr Retter verschwindet so schnell, wie er gekommen ist. Sie ahnt nicht, dass dieser Mann mit den breiten Schultern der Ex-Navy-SEAL Adrian ist, der den Auftrag hat, sie zu beschützen. Denn die Mafia ist überall …

Adrian ist stets in Celestes Nähe, ohne dass sie es merkt. Was nur ein Job sein sollte – jedoch zunehmend komplizierter wird. Denn jeden Tag wächst die Anziehungskraft, die von der blutjungen elfenhaften Sizilianerin auf ihn ausgeht. Er jedoch soll Celeste beschützen – sonst nichts. Eine Annäherung zwischen ihnen, und sei sie noch so oberflächlich, ist absolut tabu …

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Kennenlernen: Monica Bellini

Leseprobe

CELESTE
Das ferne Grollen des herannahenden Gewitters holt mich aus den Tiefen des Schlafs, schärft meine Sinne. Ich spüre seine Anwesenheit, noch bevor er die Klinke nach unten drückt. Mein Puls beschleunigt von null auf hundert, pocht in meinem Hals, raubt mir die Luft. Ich strecke die Hand aus, suche nach dem Rand des Lakens, das irgendwo neben mir liegt. Es entgleitet meinen zitternden Fingern. Noch einmal greife ich in der Dunkelheit danach und endlich ertaste ich es, ziehe es hoch bis zum Kinn, rolle mich seitlich zu einer Kugel zusammen und schließe die Augen. Längst bin ich dem Alter entwachsen, in dem ich dachte, dass etwas nicht passiert, wenn man es nicht sieht. Aber ein Teil in mir will es glauben. Ich würde beten, wenn ich mein Vertrauen in Gott nicht schon längst verloren hätte. Wenn ich nicht wüsste, dass ich keine Chance habe, mich gegen ihn zu wehren. Sein schwerer Rotweinatem streift meine Wange und zerstört den letzten Rest meiner Hoffnung, dass er vor der Tür umgekehrt ist. Die Matratze senkt sich unter dem Gewicht seines Körpers. Ich will schreien, aus dem Bett springen, davonlaufen – aber ich kann nicht. Wie gelähmt lieg ich da. Ekel steigt wie giftige Galle aus meiner Kehle auf und sammelt sich in meinem Mund, als sich seine Hand unter das Laken schiebt. Wie eine Schlange kriechen seine Finger auf dem Stoff des Nachthemds bis zum Saum, heben ihn an, gleiten darunter, vergraben sich zwischen meinen eng zusammengepressten Schenkeln, wandern an den Innenseiten entlang aufwärts. Ich spüre das Blut in meinem Mund, als ich auf die Zunge beiße, um nicht zu schreien, wage es nicht, mich zu bewegen. Doch dann erreicht er die Stelle zwischen meinen Beinen, die heilig ist, die niemand berühren darf … Gleißendes Licht erhellt das Zimmer, unmittelbar gefolgt von einem lauten Krachen. Das Bett bebt, Donner rollt über das Haus hinweg, hüllt es ein. Mein durchdringender Schrei erfüllt den Raum. Schrill und anhaltend dringt er in meinen Kopf, erhöht die Frequenz, mit ihr den Schmerz. Mein Hirn weitet sich aus, drückt gegen die Schädeldecke, die zu zerspringen droht. Ich reiße die Arme hoch, presse die Hände auf meine Ohren – und wache auf.
Mit einem Ruck setze ich mich auf, ziehe die Beine an, umschlinge sie und starre auf die offen stehende Terrassentür. Die Musselinvorhänge wehen wie ungebändigte Segel. Dicke Regentropfen prasseln auf die Holzveranda ein, verlieren ihre Form, bilden kleine Pfützen. Schwer atmend beobachte ich, wie ihnen Spinnenbeinen gleich Rinnsale wachsen, die zwischen den Bodenplanken verschwinden. Sie ähneln Fingern, die niemand aufhält, die ihren Weg finden, auch wenn er noch so verboten ist. Mit einem Schluchzen senke ich den Kopf und vergrabe die Nase zwischen meinen Knien.

[…]


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