„Drei Monate im August“ von Max Claro


Tom und Pfiff teilen drei große Leidenschaften: Rettungsdienst, Fallschirmspringen und amouröse Abenteuer.

Immer auf der Suche nach dem ultimativen Kick erleben sie turbulente Tage in München – bis irgendwann die Überholspur des Lebens zur Sackgasse wird.

Authentisch, packend und voll Humor – zwischen Fallschirmsprung, Lotterbett und Lebensrettung. Langeweile ist ein Fremdwort. 

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Leseprobe

aus Kapitel: „Leiche am Morgen“
»Berger Rettung 49/71/1«, tönte es aus dem Funkgerät.
»Berger Rettung 49/71/1 hört!«
»Ostfriedhof, unklar, Sie werden am Haupteingang St.-Martins-Platz von einem Wachmann erwartet!«
Tom wiederholte den Einsatzbefehl, schaltete das Blaulicht ein und startete los.
»Unklarer Einsatz nachts am Friedhof? Vielleicht ist ja einer von den Toten auferstanden«, witzelte Pfiff.
»Oder es liegt ein Besoffener am Friedhofstor und kotzt uns gleich den ganzen Wagen voll«, ernüchterte ihn Tom sogleich.
Unter den Arkaden des monumentalen Eingangsgebäudes wartete ein großer, stämmiger Wachmann mit dunklem Teint und einer großen Taschenlampe.
»Ich bin Ismail. Ich habe da was gehört. Vielleicht lebt noch! Bitte mitkommen!«, sagte der Mann und ging mit seiner Taschenlampe voran in die große Leichenhalle im linken Flügel des Gebäudes, gefolgt von Tom und Pfiff, der schon den Rettungsrucksack nebst Defibrillator geschultert hatte.
»Hier ist!«
Ismail deutete auf einen verschlossenen Sarg, der auf einem Podest stand.
Alle drei hielten den Atem an und ihre Ohren ganz nah an den Sarg. Eine Ratte huschte durch das Licht der Taschenlampe. Es herrschte Totenstille.
»Kann man hier denn mal das Licht einschalten?«, fragte Tom.
»Warum brauchst du Licht zum Hören?«, fragte Ismail zurück.
Die drei hielten nochmals den Atem an und ihre Ohren an den Sarg. Tatsächlich war ein ganz leises Röcheln vernehmbar.
Pfiff und Tom entschieden sich, den Sarg vom Podest zu heben und zu öffnen. Im Schein von Ismails Taschenlampe erblickten sie die in ein weißes Hemd gehüllte Leiche einer sehr alten Frau.
Am Großzehen ihres rechten Fußes hing ein Zettel mit ihrem Namen, Geburts- und Sterbedatum. Die Frau hieß Angelika Gruber, wurde 88 Jahre alt und war hochoffiziell gestern gestorben.
Pfiff bat Ismail um seine Taschenlampe und hielt sie ganz nahe an den Mund der kalten Dame. War sie noch am Leben, würde sich ihr Atem am Schutzglas niederschlagen. Tatsächlich …

[…]


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