„Aufbruch ins Paradies“ von Tara Haigh


Der Auftakt zur großen Neuguinea-Saga von Bestsellerautorin Tara Haigh – voller Fernweh, Romantik und Spannung.

Karlsruhe, 1884. Nach einem verheerenden Unglück in ihrer Möbelfabrik bleibt der Familie Berger nur ein Ausweg: der Aufbruch in eine ungewisse, jedoch vielversprechende Zukunft in der fernen Kolonie Neuguinea. An Bord der Prinz Heinrich verlassen sie die vertraute Heimat.

Doch je weiter das Schiff gen Osten fährt, desto stärker kommen verdrängte Wünsche ans Licht, schwelende Konflikte brechen auf. Hedwig, gefangen in einer lieblosen Vernunftehe und gesellschaftlichen Konventionen, beginnt zu ahnen, was echte Leidenschaft ist. Ihre Schwägerin Clara ringt mit ihrer wachsenden Einsamkeit und ihrer Sehnsucht nach mehr Nähe zu ihrem Mann Ludwig. Nur Anna, die Jüngste der Familie, scheint im charmanten Engländer David einen Hoffnungsschimmer zu finden.

Endlich angekommen, treffen die Hoffnungen der Familie auf harsche Realität, Freundschaft auf Verrat und Liebe auf Enttäuschung. Wie hoch ist der Preis, den sie alle für den Neuanfang zahlen müssen?

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Kennenlernen: Tara Haigh

Leseprobe

Karlsruhe, Juni 1884
Hedwig stand vor dem Ankleidespiegel ihres Schlafzimmers und zupfte ihr Korsett zurecht, als sie plötzlich von draußen das rhythmische Rattern einer Lastkutsche vernahm. Neugierig trat sie ans Fenster, um nachzusehen, ob ihr Vater wie vereinbart August zu dessen Ländereien begleitete. Doch zu ihrer Überraschung erblickte sie stattdessen ihren Gatten nicht an der Seite ihres Vaters, sondern auf dem Kutschbock neben einem ihrer Arbeiter. Just in diesem Moment setzte sich das Gefährt knirschend in Bewegung. Dabei hatte sie noch am Vorabend auf ihren Vater eingeredet und ihm ans Herz gelegt, August zu begleiten. Die Beschaffung von gutem Holz, das sich für hochwertige Möbel eignete, legte man nicht in Augusts Hände. Aber es sah ganz danach aus, als ob Vater den langen Weg scheute und sich lieber in der Werkstatt aufhielt, um mit ihrem Schnitzer, dem guten alten Fritz, zu besprechen, wie sich die kürzlich erworbenen Einlegearbeiten aus Keramik mit Motiven aus der Renaissance am besten in ihre metallbeschlagene Schreibpulte einarbeiten ließen. Von der Leidenschaft für edles Mobiliar ließ er sich ihrer Ansicht nach in einer Weise davontragen, wie es gegenwärtig nicht gut für die Firma war.
Wenigstens war August bereits auf den Beinen. Er schlief gern bis in die Puppen und gab sich morgens nicht sonderlich redselig, um nicht zu sagen etwas kratzbürstig. Da war es ihm lieber, wenn er gar nichts sagte. Kein Wort, als er sich vor gut einer Stunde, als es noch dunkel gewesen war, ins angrenzende Badezimmer begeben und dort auch gleich angezogen hatte. Immerhin nicht ohne ihr noch ein Küsschen auf die Wange zu geben. Standen sie gemeinsam auf, war das nicht selten anders. Gezeter über alle möglichen Läuse, die ihm über die Leber gelaufen waren – meist betraf das die Firma, die Arbeiter, Lieferanten oder ein nicht seinen Wünschen entsprechendes Abendessen. Mindestens bis zum Frühstück schlechte Laune. Das konnte einem den Tag verderben. August hatte einfach zu viel um die Ohren. Insofern sah sie es ihm nach.

[…]


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