Holographische Muster am Rande des Universums. Ein Blick in die nächste Dimension. Ein Strahlungsausbruch im CERN. Nichts davon kann folgenlos bleiben.
Anschläge in Paris. Verschwundene Waffen. Die Polizei tappt im Dunkeln, denn die Lösung liegt tief in der Welt der Wissenschaft. So scheint es zumindest.
Ein alter Geheimbund, ein ambitionierter Journalist und ein instinktgetriebener Polizist – können sie den Untergang der bekannten Welt verhindern?
Mike Peters lebt in Paris und ist Redakteur in einem populärwissenschaftlichen Verlag. Er forscht dem plötzlichen Verschwinden eines Professors hinterher. Er findet ihn, aber das hat seinen Preis. Er erregt die Aufmerksamkeit von Leuten, denen man sonst lieber aus dem Wege geht. Sein bester Freund wird ermordet und er selbst entgeht nur knapp einem Anschlag.
Maurice Belloumi stammt aus den Banlieues und arbeitet bei der Pariser Mordkommission. Er wird abgestellt, um Mike Peters zu beschützen. Es macht Spaß, den beiden so verschiedenen Persönlichkeiten zuzusehen, wie sie sich im Zuge der Ermittlungen zusammenraufen und die Verschwörung hinter dem Mord aufdecken.
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Kennenlernen: Mike Gordon
Leseprobe
»Es ist absolut erstaunlich, wie jung Sie sind«, sagte sein Gegenüber.
»Würde ich es nicht besser wissen, hätte ich Probleme zu glauben, dass Sie schon volljährig sind.«
»Ich bin 32 «, antwortete Leblanc, »und es ist mir egal, ob Sie mir das glauben. Sie sind schließlich nicht hier, weil Sie einen Lustknaben suchen. Oder habe ich Ihr Angebot da falsch verstanden?«
Der Mann machte eine heftige Armbewegung, behielt aber die Fassung. »Werden Sie nicht frech, oder ich nehme Sie beim Wort.«
Mit einem »Schon gut. Meine Qualitäten befinden sich zwischen den Ohren und nicht zwischen den Beinen«, überspielte Leblanc seine Unsicherheit.
»Das weiß ich. Meine Frage ist: Können Sie auch liefern, bevor die Wahlkämpfe für 2017 beginnen? Der ‘Boulevard Atlantique’ benötigt etwas Vorlauf, um die Daten auszuwerten.«
»Lassen Sie Ihre Leute schon mal die Auswertungen schreiben.«
Sein Verhandlungspartner wirkte nicht wie ein Sympathieträger, aber da konnte er mithalten. Soziale Interaktionen hatten dem eigenen Vorteil untergeordnet zu sein. Er konnte schon als Kind nicht den Sinn von Konzepten wie ‘Freundschaft’ oder gar ‘Liebe’ erfassen und verhielt sich in jeder Situation rein opportunistisch. Damit hatte er zwar alle seine selbst gesteckten Ziele erreicht, entwickelte sich aber zu einem sehr einsamen Menschen. Nicht, dass ihn das gestört hätte. Leblanc tat eben, was getan werden musste, um Leblanc auf seinem Weg voranzubringen. Ohne Rücksicht und ohne Skrupel.
»Die Auswertung meiner Daten wird einige Zeit in Anspruch nehmen«, fuhr er fort. »In einigen Monaten erhalten Sie die ersten Lieferungen und können damit beginnen, die Social Media in Frankreich nach den Vorstellungen Ihrer Auftraggeber zu beeinflussen. Der Front National wird begeistert sein.«
»Wie kommen Sie auf die Idee, der ‘Boulevard Atlantique’ würde Aufträge vom Front National entgegennehmen? Das ist eine absurde Unterstellung.«
Die Entgegnung kam ein wenig zu schnell und scharf, wie ein oft einstudierter Reflex.
»Wie Sie meinen. Das spielt auch keine Rolle, solange Ihre Bezahlung stimmt.«
»Sie werden zufrieden sein, wenn wir es sind.« Die Diktion des anderen klang monoton, so als hätte er als Kind an einem Sprachfehler gelitten, den er nur mit therapeutischer Hilfe bewältigen konnte. »Die besprochene Anzahlung wird Ihnen noch heute in Bitcoin zugehen. Hoffentlich sind Ihre Daten seriöser als diese neue ‘Währung’.«
Sie werden finden, dass Ihre Investitionen bei mir gut angelegt sind. Niemand anderes besitzt Zugang zu solchen Daten und ist gewillt, diesen mit Ihnen zu teilen.«
»Ich darf aber im übrigen davon ausgehen, dass Sie dieses einmalige Angebot nur uns machen. Mein Auftraggeber liebt keine Überraschungen und neigt dann zu unüberlegten Reaktionen.«
»Ich verstehe. Diese fetten Kaufleute in den Chefetagen wissen gar nicht, auf was für einem Schatz sie sitzen.«
»Und sie werden es auch nie erfahren, wenn es nach uns geht. Wie ich sehe, haben wir uns verstanden. Noch etwas: sollte bei Ihren ‘Ausarbeitungen’ etwas schieflaufen, werden wir jede Verbindung zu Ihnen abstreiten.«
»Ich weiß mich schon meiner Haut zu wehren.« Leblanc lächelte kalt. Er hatte – und der andere wusste das – keine Hemmungen, anderen weh zu tun. Seelisch und körperlich. Hauptsache, es brachte ihn selbst voran.
»Ihr Ruf ist Ihnen bereits vorausgeeilt.«
»Dann sind wir uns einig?«
»Lassen Sie sich nicht zu viel Zeit mit der ersten Lieferung. Der ‘Boulevard Atlantique’ wartet nicht gerne.«
Der Mann zahlte seine Schokolade mit behandschuhten Händen und verschwand wortlos aus dem kleinen Bistro in der Seitenstraße. Leblanc tat dasselbe. Er zog aus seiner Tasche einen Streifen Kaugummi, wickelte ihn aus, warf das Papier achtlos weg und schob ihn sich zwischen die schmalen Lippen. Dann schlenderte er kauend die Champs-Élysées in entgegengesetzter Richtung hinunter und lächelte dabei, als hätte er sich soeben mit einem guten Freund getroffen.
[…]
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