„Zwischen uns die Vergangenheit“ von Verena Dahms


Unsere Liebe war nie einfach – aber sie war echt

Marseille, im Frankreich von heute: Joceline, eine junge Französin aus gutbürgerlichem Haus, begegnet Karim, dem Sohn algerischer Einwanderer. Was zwischen ihnen entsteht, ist mehr als nur eine Romanze – es ist eine reine Liebe, gegen alle Widerstände.

Ihre Beziehung steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Familiäre Erwartungen, kulturelle Unterschiede und tiefe, verschwiegene Wunden aus der Vergangenheit, belasten ihr junges Glück. Dieses Schweigen wiegt schwerer als jedes Wort.

Während Joceline und Karim gegen äußere Hindernisse und innere Zweifel ankämpfen, stellt sich die große Frage: Reicht ihre Liebe aus, um Brücken zu bauen – oder ist das Erbe ihrer Herkunft zu mächtig?

Ein berührender Roman über Identität, Vergebung und Hoffnung – und eine interkulturelle Liebesgeschichte, die unter die Haut geht. Für alle, die Geschichten über Liebe, Herkunft und den Mut zur Wahrheit lieben.

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Leseprobe

Karim
Ein helles unbeschwertes Lachen durchbricht das Gewirr der Stimmen im Restaurant. Magisch angezogen, drehe ich mich um – und blicke in zwei strahlend blaue Augen.
Die möchte ich unbedingt kennenlernen. Kaum hat dieser Gedanke in meinem Kopf Gestalt angenommen, meldet sich das vertraute Zögern. Spontan auf Fremde zugehen ist mir noch nie leichtgefallen. Doch dieses Mal ist etwas anders. Aber darf ich das? Als Muslim eine Französin ansprechen. In meinem Kopf hallen Vaters Worte wider, mit denen er mir die traditionellen Werte der Familie wie ein Gebet eingetrichtert hat. Die gesellschaftlichen Normen, die ich respektieren soll, stehen im krassen Gegensatz zu meinem Verlangen, die junge Frau kennenzulernen.

Warum ich diese Geschichte erzählen wollte
Manchmal führt ein einziger Moment dazu, dass sich etwas in uns bewegt. Bei mir war es der Film Marseille, der mich nicht mehr losgelassen hat. Er hat eine Sehnsucht geweckt – nach einer Stadt, die ich nur vom Bildschirm kannte, und nach den Geschichten, die dort vielleicht verborgen liegen.
Ein paar Wochen später stand ich tatsächlich dort. In Marseille. Ohne Plan, ohne Reiseführer, ohne zu wissen, was ich suche. Ich wollte einfach sehen, was die Stadt mit mir macht. Und sie hat nicht enttäuscht – sie hat mich überrollt.
Marseille ist keine Stadt, die sich sofort erklärt. Sie ist laut, manchmal unverschämt direkt, aber nie kalt. Sie ist warm, nicht nur im Klima, sondern im Herzschlag. Zwischen dem Alten Hafen, den bunten Fassaden, den Cafés, in denen viele Sprachen gleichzeitig gesprochen werden, habe ich etwas gespürt, das ich nicht erwartet hatte: Leben in all seinen Widersprüchen. Und plötzlich war da eine Geschichte. Oder besser gesagt – sie war schon da, sie hat mich gefunden.
Ich hatte nicht geplant, über Marseille zu schreiben. Aber die Stadt ließ mir keine Wahl. Und so sind Joceline und Karim entstanden – zwei Figuren, die plötzlich da waren, mit ihrer eigenen Geschichte, ihren Zweifeln, ihrer Liebe. Ich habe ihnen zugehört. Ich habe gesehen, wie sie sich begegnen, einander verlieren und wiederfinden.
Zwischen uns die Vergangenheit ist für mich mehr als nur ein Roman. Es ist mein Versuch, etwas einzufangen, das schwer greifbar ist: dieses Gefühl, wenn man sich plötzlich irgendwo zu Hause fühlt, obwohl man fremd ist. Wenn Gegensätze nicht nur trennen, sondern berühren. Und wenn Liebe nicht perfekt ist, aber echt.
Dieses Buch ist meine persönliche Hommage – an Marseille, an Begegnungen, an das, was uns im Innersten verbindet.

[…]


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