KISSES • Benefizprojekt Krebsforschung 3
Samantha Stevenson, die sinnlichste Chocolatière Londons und „ihr“ Patrick …
Kathrin „KM“ Miller, Londons Dessous-Queen und „ihr“ Horace …
Ein bezauberndes kleines Wasserschloss, ideal für eine traumhafte Sommer-Hochzeit …
Und ein grauer Herbsttag, der sämtliche Pläne über den Haufen wirft.
Wenn das Schicksal der Perfektion ins Handwerk pfuscht, lösen sich all Pläne in Rauch auf – und anstatt des Wassers, das die Glut löschen soll, macht sich Feuer breit.
Eine zauberhafte Geschichte darüber, wie man den Winter zum Sommer macht und dem Schicksal ein Schnippchen schlägt.
Der Verkaufserlös dieses E-Books geht zur Gänze und für immer an die internationale Krebsforschung.
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Kennenlernen: Lisa Torberg
Leseprobe
Traumhaft schön, aber leider nicht wahr
Der Himmel strahlte in einem atemberaubend intensiven Blau über Scotney Castle, und der berauschende Duft der Blüten tränkte die Luft des weitläufigen Parks. Die Brise schob einige wenige, ausgefranste Schäfchenwolken vor sich her und bewegte sanft die Blätter, die in sattem Grün an den Ästen der majestätischen Bäume hingen. Die Natur schien sich mit den Menschen dazu verschworen zu haben, dieses Ereignis zu dem bedeutungsvollsten, einzigartigsten und allerschönsten ihres Lebens werden zu lassen. Samantha konnte die Blicke der Eingeladenen auf ihrem Rücken spüren und das Glücksgefühl, das mit der Krönung ihrer Liebe einherging, breitete sich warm in ihrem Körper aus, als der Standesbeamte ihr die entscheidende Frage stellte: »Willst du, Samantha Stevenson, den hier anwesenden Patrick McDermott zu deinem Ehemann nehmen, ihn lieben und ehren in guten wie in schlechten Zeiten, bis dass der Tod euch scheidet? So antworte laut und vernehmlich mit Ja!«
Die obligatorische Erwiderung ließ auf sich warten. Eine Sekunde, zwei, drei. Mancher der Gäste zählte sicher schon mit, dachte Sam entsetzt.
Sie wollte im Erdboden versinken, schürzte immer wieder die Lippen, doch kein Ton kam aus ihrem Mund, nicht einmal ein Krächzen. Sie kniff die Augen zusammen, nicht der Sonne wegen, sondern da ihr die Stimme versagte. Ihr Herz wusste genau, dass es vor Sehnsucht vergehen und mit der Zeit verkümmern, zu einem Stein werden würde, könnte es sich nicht mit dem von Patrick vereinigen. Auch Samanthas Verstand ließ keine Zweifel darüber zu, dass der blauäugige, schwarzhaarige Ire, der sie im Sturm erobert hatte, der Richtige war. Jede Faser ihres Körpers schrie laut: »Ja, ich will!«, nur sprach sie es nicht aus.
So unbedeutend diese drei kleinen Worte auf ein weißes Blatt Papier gekritzelt erscheinen, so gewichtig sind sie, wenn sie in dieser einen, konkreten Situation ausgesprochen werden. Sie stellen das Leben zweier Menschen auf den Kopf, verändern das Schicksal der Betroffenen für immer. Diese Worte auszusprechen, kann Freude oder Leid bedeuten, die aneinander Gebundenen in den siebenten Himmel erheben oder die Hölle auf Erden zur Folge haben, ohne jedes Vorzeichen im Stadium der Verliebtheit. Siedend heiß fielen Samantha einige bekannte Paare ein, und der simple, kurze Satz kam einfach nicht über ihre Lippen.
In ihrem Rücken hörte sie das Gemurmel der Hochzeitsgäste, das anschwoll, ihre Ohren erreichte und sich seinen Weg in ihr Gehirn bahnte. Das anfängliche Erstaunen wurde zu anfeuernden Zurufen einerseits, lautstarken Vorwürfen andererseits. Sams Atmung wurde flach, sie begann zu keuchen, der Schweiß stand ihr auf der Stirn. Sie hob die Hand, wischte darüber, und schlug mit dem Ellenbogen … an den Nachttisch.
Seit knapp vier Wochen wachte sie in den frühen Morgenstunden genau an diesem Punkt des sich stets wiederholenden Traumes auf, der sich zu ihrem ganz persönlichen Albtraum entwickelt hatte. Zum ersten Mal war es kurz nach drei Uhr an einem Samstagmorgen geschehen. Es war die Nacht gewesen, die auf den Freitag folgte, an dem sie exakt um 17:38 Uhr aus dem Munde ihrer Ärztin erfahren hatte, dass ihr Leben nie wieder so sein würde wie bisher.
[…]
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