„Am Ende steht Vergeltung“ von H.C. Scherf


An einen Unfall glaubt der neue Hauptkommissar Patrick Köhler nicht, als er den Unfallort aufsucht, an dem acht Menschen einer Pilgergruppe ihr Leben verloren.

Altötting, ein beschaulicher Ort in Bayern, wird unerwartet Schauplatz abscheulicher Verbrechen, denn unbekannte Täter kennen keine Gnade. In der Kommissarin Jana Jäger und dem pensionierten Kollegen Rosenek findet Köhler Mitstreiter, die seine Mord-These unterstützen. Bestätigt wird diese durch weitere Verbrechen, die in einem scheinbaren Zusammenhang stehen – bis auf einen Mord, der einfach nicht dazu passen will.

Das Böse kehrt dort ein, wo Menschen Zuflucht zu Gott suchen. Das Team aus Altötting nimmt den Kampf gegen das Böse an.

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Leseprobe

Der vorstehende Zweig der Erle, den Carlo zurückschnellen ließ, schlug Ella schmerzhaft ins Gesicht und hinterließ dort eine blutige Schramme.
»Verfluchter Mistkerl«, fluchte sie lauthals und trat nach dem Mann, der nur wenige Schritte vor ihr dem Fuß geschickt auswich. Sein gemeines Lachen versetzte sie noch stärker in Wut. Sie warf ihren Rucksack mit einem Ruck auf den Boden und setzte sich daneben.
»Das machst du mit Absicht, du dreckiger Lump. Schlepp deinen beschissenen Rucksack selbst und behandel mich nicht wie eine Sklavin. Es könnte ansonsten passieren, dass ich dir ein Messer ins Kreuz jage. Dann müssen wir auch die Beute nicht mehr durch drei teilen.«
Carlo war stehen geblieben und näherte sich Augenblicke später wieder, legte jedoch sein Grinsen nicht ab.
»Du solltest nicht immer sofort überreagieren, mein Schatz. Das vorhin war nicht beabsichtigt.«
»Komm mir nicht mit Schatz. Erstens habe ich sehr wohl erkannt, dass du das mit Absicht gemacht hast, und zweitens musst du dir nichts darauf einbilden, dass ich einmal mit dir geschlafen habe. Das wäre mir nüchtern und ohne deine verdammten Drogen niemals passiert. Außerdem bist du ein lausiger Liebhaber, der wohl nur bei Professionellen zum Zuge kommt. Zumindest weiß ich jetzt, warum sich bei dir keine Frau längere Zeit aufhält. Du bist ein narzisstisches Arschloch und ein Loser.«
Nur sehr kurz zuckte es in Carlos Gesicht, bevor das Grinsen wieder die Vorherrschaft übernahm. Er zog seine kleine Schachtel hervor und entnahm ihr etwas weißes Pulver, das er sich über das Zahnfleisch rieb. Danach ließ er sich rücklings auf den Waldboden gleiten. Die Frage seiner Partnerin, wann sie endlich den Treffpunkt erreichen würden, ließ er unbeantwortet. Erst als sie ihn mit Erde bewarf, reagierte er.
»Was weiß ich, verdammt? Ich war auch noch nie hier in der Gegend. Das musst du deinen Bruder fragen, der die Route festgelegt hat. Richard ist doch der große Planer. Hätte ich allerdings vorher gewusst, dass so viele in dem dämlichen Bus mitfahren, die wir zum Schweigen bringen mussten, wäre ich niemals in den Coup eingestiegen. Findest du etwa nicht, dass acht Tote etwas viel sind für die paar Kröten, die wir erbeuten konnten?«
»Nennst du sechshunderttausend Euro ein paar Kröten? Wenn ich mich recht erinnere, hast du Eierdieb bisher nur kleine Brüche in Villen und Trinkhallen vorzuweisen. Warum Richard ausgerechnet dich ins Team geholt hat, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Du bist für so was Großes heillos überfordert.«
Carlo erhob sich und stützte die Ellenbogen auf dem Boden ab. Ella glaubte sogar, Hass in seinen Augen erkennen zu können.

[…]


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