Kellers 4. Fall – ein Nordfriesland-Krimi.
Sie sind jung. Sie sind Freundinnen. Sie sind blond. Und sie machen die Discotheken in Flensburg unsicher. Natürlich ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie mit der Drogenszene in Berührung kommen. Und es bleibt nicht aus, dass sie Menschen kennenlernen, die es nicht nur gut mit ihnen meinen.
Keller und Lehnert vom Polizeirevier Niebüll werden eines Morgens in die Wohnung eines der Mädchen gerufen …
Hermann Markau | Kindle | Taschenbuch
Leseprobe
Lara räusperte sich. Sie musste einen anderen Weg finden. Sie wollte Illya um Himmels Willen nicht verschrecken. Und in diesem Augenblick spürte sie, dass sie sich mehr zu ihm hingezogen fühlte, als ihr bisher bewusst gewesen war.
»Wie gefällt dir deine neue Arbeit?«, fragte sie.
»Grundsätzlich gut.«
»Was heißt denn ›grundsätzlich‹?«
»Na ja, das ist alles etwas umfangreicher, als man denkt«, sagte er, »… so als Außenstehender denkt.«
Illya war erleichtert über den Themenwechsel. Er atmete tief durch, straffte seine Schultern ein wenig und löste sich damit von der Erinnerung an seinen Vater.
»EDV ist ja kein Problem«, fuhr er fort, »aber allein die Post! Da kommt ganz schön was zusammen jeden Morgen. Das Telefon! Geht Schlag auf Schlag. Und du musst ja auch wissen, welcher Arzt gerade wo ist oder welche Schwester.«
Lara war beeindruckt. Jedenfalls tat sie so, denn das waren ja Anforderungen, wie es sie eigentlich überall gab. Man musste sich halt konzentrieren. Das galt für ihre Tätigkeit in der Zentralen Notaufnahme auch.
Das Gespräch ging noch eine Weile hin und her. Zwischendurch aßen beide ein La Fute, das sie sich teilten, tranken jeder ein zweites Getränk und versprachen sich, den Abend bald zu wiederholen.
Mittlerweile waren die Anzeichen einer kleinen Unruhe bei Illya nicht zu übersehen. Er nestelte an seinem Sweat-Shirt, fingerte an seinem Smartphone herum und schaute jetzt öfter aus dem Fenster auf die Straße, als erwarte er jemanden. Lara deutete das als Zeichen dafür, dass es ihren neuen Freund nach Hause drängte. Sie hätte noch weiter sitzen können. Er war also tatsächlich ein scheuer Typ. Aber das war es ja unter anderem, was ihr imponierte, was ihr gefiel.
Dennoch kam seine Ansage unerwartet: »Ich muss jetzt auch«, sagte er und erhob sich, um sich seitlich aus der Sitzecke zu hangeln und auf den Gang zu kommen.
»Es war nett mit dir«, sagte er dann. Und diese Artigkeit nahm sie ein weiteres Mal für ihn ein. Sie lächelten sich an. Illya reichte Lara die Hand und verließ das Lokal.
[…]
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