„Verschlossene Türen – Schatten der Vergangenheit“ von Karin Landmesser

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Intrigen, Geheimnisse und eine verzweifelte Suche nach der Wahrheit – ein packendes Krimidrama, das unter die Haut geht.

Nachdem ihr Schwager mit seinem Privatflugzeug ums Leben gekommen ist, entschließt sich Jaclyn Saunders, ihren fünfjährigen Neffen Dane zu sich nach London zu holen. Bereits vier Jahre zuvor hatte Dane seine Mutter bei einem Autounfall verloren, was Jaclyn, die eine besonders enge Bindung zu ihrer Schwester hatte, in eine tiefe Depression stürzte, von der sie sich nie vollständig erholt hat.

Mit Danes Ankunft in London scheinen Jaclyns unterdrückte Gefühle und Erinnerungen von damals wieder allgegenwärtig und beeinträchtigen zunehmend ihren Alltag. Anfangs ahnt niemand, dass Dane, obwohl er äußerlich glücklich wirkt, ebenfalls mit schweren emotionalen Problemen zu kämpfen hat. Erst durch die Unterstützung eines Psychiaters werden Jaclyn und Dane gezwungen, sich endlich ihrem schmerzhaften Verlust zu stellen.

Doch plötzlich verschwindet Dane spurlos und Jaclyn muss feststellen, dass sie in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Gefahr geraten ist, der sie bis an ihre Grenzen treibt und alles in Frage stellt, was sie zu wissen glaubte …

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Leseprobe

Rom, Sommer 2003
Die neue Herbstkollektion, inszeniert vor den markantesten Plätzen Roms, war abgelichtet. Janet Saunders hatte noch zwei Tage Zeit, sich unabhängig von ihrem Team die Stadt ein wenig genauer anzusehen. Das Hotel, in dem sie seit ihrer Ankunft wohnte, lag in der »Via Sistina«, nur drei Gehminuten von der »Spanischen Treppe« entfernt.
Wie zu einem Sitzstreik versammelt, belagerten Touristen und Einheimische die weitläufigen Stufen. Es war ein heißer Junitag und Janet verspürte wenig Lust, sich bei dieser Hitze durch die vielen Menschen zu drängen.
Mit einem Papiertaschentuch tupfte sie sich den Schweiß aus ihrem Gesicht. Ein frisches, natürliches Gesicht, eingerahmt von blondem, lockigem Haar, das ihr bis zur Taille reichte. Das Blau ihrer Augen war auffallend und wechselte je nach Lichteinfall die Intensität der Farbe. Sie trug ein paar verwaschene Jeans, weiße Sneaker und ein knappes weißes T-Shirt, das ihre zierliche, beinahe knabenhaft wirkende Figur noch mehr zur Geltung brachte.
Janet knüllte das Taschentuch zusammen, steckte es zurück in ihre Umhängetasche und nahm ihre Digicam in die Hand. Nachdem sie einige Fotos von der Kirche im Hintergrund der Treppe aufgenommen hatte, schlenderte sie weiter, vorbei an exklusiven Modeboutiquen bekannter Designer, Cafés und Restaurants, Geschäften, in denen italienische Keramik angeboten wurde und kleinen Souvenirläden mit einer Vielzahl an römischen Andenken und Accessoires. Sie bewegte sich kaum einen Meter, ohne, dass nicht irgendwo etwas Sehenswertes ihre Kamera lockte.
Inzwischen befand sie sich auf der »Via della Stamperia«, und die Speicherkarte ihrer Digicam bot nur noch wenig Platz für weitere Aufnahmen. Nun gut, dachte Janet, für ein paar schöne Bilder würde es sicher noch reichen. Sie schlenderte weiter, die »Via della Stamperia« entlang – und dann plötzlich sah sie ihn: Den vielleicht schönsten und berühmtesten Brunnen Roms, die »Fontana di Trevi«.
Seltsam berührt hielt sie für einen Moment inne. Der Anblick des imposanten Brunnens, den sie bisher nur aus Filmen, Bildern und Erzählungen kannte, ließ sie für einen Augenblick die Zeit vergessen. Es war seltsam, Janet hatte das Gefühl, als ob sie plötzlich Teil einer lebendigen Geschichte wurde, die bereits über Jahrhunderte hinweg existierte – es war eine Art Verbindung zur Vergangenheit und zur Kultur Roms.
Dankbar lächelnd blickte sie auf das glitzernde Wasser. Sie konnte es kaum fassen, dass sie jetzt tatsächlich vor diesem geschichtsträchtigen Bauwerk stand.
Schließlich kramte sie ihren Reiseführer aus der Handtasche und durchblätterte die Seiten, bis sie die gesuchte Stelle fand.

– Mit seinen 20 Metern Breite und 26 Metern Höhe, ist die Fontana di Trevi der größte Brunnen Roms. In den Jahren 1732 bis 1751 schuf Nicoló Salvi dieses Meisterwerk, das allerdings erst nach seinem Tod 1762 vollendet wurde. Ein dreiachsiger römischer Triumphbogen bildet die Rückseite des Bauwerks. An die Stelle der Tore hat Salvi eine Rundnische in die Mitte und je eine rechteckige Nische auf jede Seite gesetzt. Vor der Rundnische erhebt sich auf einer Muschel die Kolossalfigur des Meeresgottes Neptun. Die Muschel, das Schiff des Gottes, wird von zwei Meerpferdchen, von denen das eine ungebärdig, das andere sanft ist, gezogen. Tritonen lenken die Meerpferde durch Fluten und Felsen .-

Janet klappte den Reiseführer zu und steckte ihn zurück in ihre Tasche. Neugierig schaute sie sich um. Überall standen Menschen in kleinen Gruppen zusammen oder belagerten die Stufen rund um den Brunnen. Überwiegend Touristen, die sehr leicht an ihrer legeren Kleidung, dem entschleunigten Gang und den Kameras um ihren Hals, zu erkennen waren. Es war ein bunter Mix aus verschiedenen Kulturen und Nationalitäten, die alle von der Schönheit und dem Charme dieser Stadt angezogen wurden.

[…]


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