„Purificatio Sensualis – Verloren in der Dunkelheit“ von Alica Sullivan

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Dark Fantasy Romance – surreal – sinnlich – schaurig

Halius und Ezya sind auf einer Reise durch ein von Krieg und Leid geplagtes Land. Noch nie haben sie an ihrem Weg gezweifelt, bis sich etwas wandelt. Die Menschen verändern sich, stellen Fragen und die Dämonen, die sie plagen, treten zum Vorschein.

Ein Kampf beginnt. Um ihn zu gewinnen, müssen die beiden Wanderer hinter das blicken, was scheint. Das Band, welches sie zusammenhält, wird zur Bürde und ihre Gefühle zueinander auf die Probe gestellt. Denn an einem Ort, an dem es keine Liebe gibt, da entfacht sie ein Inferno, das alles verändern wird.

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Kennenlernen: Alica Sullivan

Leseprobe

Die Tür ging schwer und nachdem sie hinter ihm wieder ins Schloss gefallen war, breitete sich eine unangenehme Stille im Schankraum aus. Es waren nur ein paar Tische mit Stühlen und Bänken. Ein Tresen stand auf der gegenüberliegenden Seite des Eingangs, hinter dem eine ältere Dame mit einem Doppelkinn stand und Krüge polierte. Ihre Wangen waren gerötet, was der Wärme oder dem Alkohol geschuldet sein musste. Drei Gäste starrten in seine Richtung. Ein Mann mittleren Alters, der am Tresen saß und ein Pärchen rechts der Arbeitsfläche, an einem Tisch sitzend.
Halius streifte seine Kapuze nach hinten. Seine langen, strähnigen Haare fielen ihm ins Gesicht. Er wischte sie beiseite. Dann suchte er sich einen Tisch links der Eingangstür und setzte sich an die Wand.
»Immer auf der Hut. Glaubst du nicht, dass ich auf Euch achtgebe?«, fragte Ezya.
Halius empfand ihre Worte nicht als Frage, sondern eher als Aussage. Er antwortete nicht. Daraufhin setzte sich seine Begleitung auf den Stuhl vor dem geschwärzten Fenster links von ihm.
Die Menschen starrten weiterhin unverhohlen in Richtung seines Tisches. Halius spürte ihre Blicke förmlich. Er hörte ihre Gedanken, ihre Fragen, ihre Ängste. Doch er würde ihnen keine Antworten geben können. Sie wollten die Wahrheit nicht sehen, konnten sie nicht verstehen. Welch eine Hoffnungslosigkeit, dachte er resigniert.
Die Frau hinter dem Tresen watschelte in seine Richtung. In ihrer Hand ein Humpen. Schaum lief über den Rand des Gefäßes und kleckerte zu Boden. Mit einem lauten Poltern stellte sie das Getränk vor ihm auf den Tisch. Einige Sekunden musterte sie ihn. Dort war eine gewisse Unsicherheit in ihren Augen zu erkennen. Und Neugier, vielleicht sogar etwas Hoffnung. Das hätte Halius hier nicht erwartet.
»Ich habe Eintopf, hinten in der Küche. Willst du was haben?«, fragte die Bardame mit verwaschener Stimme.
»Was für Eintopf?«
»Pferdeeintopf mit Wurzeln. Das Fleisch ist zäh, aber es gibt dir Kraft.«
Er nickte leicht und der Frau genügte das als Zustimmung. Sie drehte sich um und verschwand in einem Hinterzimmer der Taverne.
Halius vernahm ein Schmatzen neben sich und wandte den Kopf. »Ein Pferd. Glaubt Ihr, meinem Hengst von vorhin wird dasselbe Schicksal ereilen? Oder ist er es vielleicht schon? Lasst mich kosten, dann kann ich euch sagen, ob es dasselbe Tier ist.« Aus dem Munde seiner Begleiterin entkam ein leises Stöhnen und Halius verzog das Gesicht. Bevor er etwas erwidern konnte, nahm ihm ein Schatten das Licht.
»Du bist ein Mann des Glaubens.« Der Gast, der zuvor noch am Tresen gesessen hatte, stand vor seinem Tisch. Ohne eine Antwort von Halius abzuwarten, setzte er sich ihm gegenüber.
»Und worauf beruht deine Erkenntnis?«, antwortete Halius mit sonorer Stimme.
Sein Gegenüber war schätzungsweise Mitte dreißig. Er wirkte jedoch verbraucht, wie fast alle Menschen, die Halius getroffen hatte. Fettige Strähnen seines dunkelblonden Haares fielen ihm ins Gesicht. Er war ungepflegt, stank nach Urin und anderen Hinterlassenschaften. In seinem verfilzten Bart konnte man noch die Reste vergangener Mahlzeiten sehen. Seine Oberarme waren kräftig und seine Brust drückte sich durch sein enganliegendes Leinenhemd, wenn man es noch als solches bezeichnen wollte.
In der Stimme des Mannes schwang eine gewisse Unruhe mit. Ein gehetzter Geist. Eine Folge des Stresses und ein deutliches Zeichen seines schwindenden Geistes. »Deine Kette. Sie funkelt so schön. So etwas kenne ich nur vom Priester. Nur der Priester trägt so eine. Der Priester.« Er hechelte wie ein Hund.

[…]


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