Wochenendgruß mit Buchzitat von Franz Kafka


Wieder steht uns ein feucht-luftiges Winterwochenende ins Haus. Bücherfreunde haben natürlich kein Problem damit und nennen es Lesewetter. Doch insgeheim hätten wir alle nichts dagegen, wenn sich der Frühling in diesem Jahr beizeiten zu uns auf den Weg machte. Ungemütlich war es nun lange genug. Der Krokus im Schnee, der das heutige Buchzitat begleitet, soll dafür ein wenig Vorfreude verbreiten – und für etwas Wärme im Herzen greift am besten zu einem Buch.

“Ein Buch kann uns als Axt dienen für das zugefrorene Meer in unserem Innern.” (Franz Kafka)

In der vorstehenden Form ist das Zitat im Internet sehr verbreitet. Doch ist es nicht exakt die ursprüngliche Formulierung. Franz Kafka (1883-1924) schrieb im Januar 1904 einen Brief an seinen Schulfreund Oskar Pollak und wollte ihm verdeutlichen, wie existenziell wichtig Bücher für ihn seien. Er beschrieb seine Gefühle mit dramatischen Allegorien und endete mit der Aussage: „Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns.”

Ehrlich gesagt, gefällt mir das Zitat im Original sogar noch besser. Es ist klarer, direkter und schärfer. Es sagt nicht nur, dass Bücher uns berühren können. Bücher, wenn es gute Bücher sind, machen etwas mit uns, ganz konkret und zwangsläufig. Sie beeinflussen uns, schärfen unseren Blick, sensibilisieren unsere Wahrnehmung, verändern unsere Gedanken. Sie beugen kalten Herzen vor – und wie sehnen wir uns gegenwärtig nach mehr Wärme und Menschlichkeit, und dies nicht allein, weil Winter ist.

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende mit reichlich Lesezeit.
Lutz vom Buch-Sonar


Entdecke mehr von Buch-Sonar

Melde dich für ein Abonnement an, um die neuesten Beiträge per E-Mail zu erhalten.

Hinterlasse einen Kommentar