„Überraschung auf dem Monte Falcone“ von Gerhard Brenner

Band 4 der SciFi-Jugendbuch-Reihe „Die Flache Erde und geheime Kontinente“

Ein großes Science-Fiction Abenteuer, bei dem ein besonderes Handy mit Transportfunktion die Hauptrolle spielt.

Die Geschwister Leonie und Tobias sind zu einem mehrtägigen Aufenthalt ins Schloss des Grafen Fridolin von Falkenberg eingeladen worden. Nächtlicher Spuk, bei dem es sich tatsächlich nur um technische und akustische Effekte handelt, hat sie erschreckt und so haben sie dem Grafen mithilfe ihrer antalonischen Handys und deren Sonderfunktionen eine entsprechende Antwort gegeben. Dann waren sie sich plötzlich nicht mehr so sicher, ob sie damit nicht ein Stück weit übers Ziel hinausgeschossen sind. Was wird wohl der Antalonier Caron, von dem sie die Superhandys erhalten haben, dazu sagen?

Ein neuer Besucher in bayrischer Tracht erweitert den Kreis der Schlossbewohner. Durch ein Comicalbum über den Stauferkaiser Friedrich Barbarossa kommen sie zu der Besichtigung des Kyffhäuserdenkmals in Thüringen und der nicht weit davon entfernten Barbarossahöhle.

Später dürfen die Geschwister mit ihrem antalonischen Freund Caron in dessen Heimat reisen. Allerhand Abenteuer erwarten sie auf dem geheimen Kontinent Antalon.

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Am nächsten Morgen saßen Leonie und Tobias am Frühstückstisch.
„Ab wann ist denn der Graf zu sprechen?“, wollte Tobias wissen.
„Kann ich nicht sagen“, bedauerte Butler Alfons. „Herr Graf hatte eine ungewöhnlich schlechte Nacht, müsst ihr wissen.“
Leonie und Tobias sahen sich an und schmunzelten. Wussten sie nur zu gut, dass sie mit ihren Smartphones den Grafen um seine Nachtruhe gebracht hatten.
Nach dem Frühstück verließen sie das Schloss und spazierten auf die nahe Anhöhe des gräflichen Anwesens. Sie kamen auch an der Kapelle vorbei, aber die war wie immer abgeschlossen.
„Das Rätsel mit der Steinorgel haben wir noch nicht gelöst“, bemerkte Leonie.
„Wahrscheinlich gibt es da auch gar nichts zu lösen“, vermutete Tobias. „Irgend so ein spleeniger Vorfahre des Grafen hatte da eine Schnapsidee – und seither wundert sich eine Generation um die andere, was das Ganze denn soll. So kann man natürlich auch über den Tod hinaus im Gespräch bleiben.“
Heute ließen die Geschwister die Kapelle hinter sich und spazierten bis an den jenseitigen Rand der Anhöhe. Dahinter fiel das Gelände steil ab. Ein schmaler Pfad führte in Serpentinen ins Tal. Die beiden setzten sich auf eine Bank.
„Schau mal“, meinte Leonie plötzlich und zeigte abwärts, „da kraxelt doch einer den Weg herauf.“
„Der Graf kriegt offenbar Besuch“, bemerkte Tobias.
Die Geschwister vertieften sich in die Schönheit der Natur, dann zog Leonie das Comicalbum über „Friedrich Barbarossa“ aus ihrer mitgebrachten Tasche hervor und schlug die Seite auf, wo sie zuletzt stehen geblieben war. Sie hatte es von Tobias zum Geburtstag geschenkt bekommen und war noch nicht ganz fertig geworden mit der reich bebilderten Lektüre. Ihr Bruder nutzte die Gelegenheit und warf auch einen Blick hinein.
Es dauerte noch eine ganze Weile, bis der Kraxler aus dem Tal plötzlich vor ihnen stand. Er war ganz in bayrische Tracht gekleidet. Der Kopf war unter einem großen dunkelgrünen Filzhut mit zünftigem Gamsbart verborgen, das blauweißkarierte Hemd ging in eine original braune Lederhose über, die bis über die Knie reichte. Ein hellgrünes Jackett rundete die Oberbekleidung ab. Von den grauen Socken war nur sehr wenig zu sehen, denn die Füße steckten in derben Wanderstiefeln. Ein Wanderstock mit allerlei Abzeichen und ein wohlgefüllter Rucksack ergänzten die Ausrüstung.
Eben schob der Ankömmling den Hut etwas aus dem Gesicht. Blondes Haar kam zum Vorschein.
„Caron!“, riefen Leonie und Tobias wie aus einem Mund. „Wie in aller Welt kommst ausgerechnet du hier her?“
Der Antalonier, denn er war es wirklich, musste erst ein wenig verschnaufen.
Vielleicht gibt’s dort, wo er herkommt, keine Berge, dachte Leonie, als sie das sah.
Caron legte Hut und Stock in der Nähe auf den Grasboden. „Immer mit der Ruhe“, sagte er dann und setzte sich zu ihnen. „Ein alter Mann ist doch kein D-Zug.“
Erst nach ein paar tiefen Atemzügen begann der 17-Jährige mit seinem Bericht. „Also, die Sache ist die“, meinte er, „dass ich mit meinen Aufgaben fürs Erste fertig bin. Da hat mich das Heimweh nach euch beiden gepackt. Also bin ich los gedüst. Mein Raumschiff parkt voll getarnt irgendwo weit unten in einer Senke.“
„Du siehst schon abgefahren aus“, bemerkte Tobias und schmunzelte dabei.
„Wie meinst du das? Die Leute hier kleiden sich so, hab ich im Fernsehen gesehen. Und ich wollte nicht unhöflich sein…“
Leonie und Tobias konnten sich das Lachen nicht mehr verkneifen. Caron wunderte sich zwar über ihren Ausbruch von Begeisterung, lachte dann aber herzlich mit.
Dann berichteten die Geschwister von ihren bisherigen Erlebnissen und wie sie mit den verschiedenen Möglichkeiten ihrer Smartphones den „Spuk“ gegen den Grafen selbst angewendet hatten.
Da machte Caron ein bedenkliches Gesicht. „Mal sehen“, meinte er, „wie sehr sich der Graf das Ganze zu Herzen genommen hat. Wir müssen damit rechnen, dass er unbedingt erfahren will, wie sich das alles zugetragen hat.“
Da hast du Recht, dachte Tobias. Hoffentlich sind wir mit dem Scherz nicht zu weit gegangen!
Nach einem ausführlichen Rundblick über die von der Sonne beschienene Landschaft schaute auch Caron mit ins Comicalbum. Leonie wusste, dass er sich für historische Gebäude und Begebenheiten interessierte, also schlug sie nacheinander die Seiten auf, die sie bisher am meisten beeindruckt hatten. Und schon konnte der Antalonier von den Planwagen, Schiffen oder Booten und Zelten gar nicht mehr genug kriegen.
„Das würde ich mal gerne mal im Original sehen“, sagte Caron und zeigte dabei jeweils auf die gezeichneten historischen Abbildungen.
„Die Menschen in Europa leben heutzutage natürlich nicht mehr so“, gab Tobias zu bedenken. „Aber es gibt Museen oder auch Freilichtmuseen, wo man all das noch in Originalgröße erleben kann.“
„Bei Mittelaltermärkten oder Ritterspielen geht es sogar mit historischen Waffen ganz schön zur Sache“, wusste Leonie.
„Na, dann wird es mir auf Dauer nicht so schnell langweilig auf der Erde“, freute sich der Antalonier.

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